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04.11.2010
Riesige
Gasvorkommen in NRW
Ölgiganten wollen in weiten Teilen
Nordrhein-Westfalens nach Erdgas bohren. Medienberichten
zufolge hätte ExxonMobil
bereits Genehmigungen für millionenteure Probebohrungen
erhalten. Das geht aus einer den Zeitungen der
"WAZ"-Mediengruppe vorliegenden Antwort von
NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) an die
Landtagsfraktion der Grünen hervor. Exxon hatte bereits
sich in Niedersachsen Konzessionen zur Erforschung des
Bodens gesichert und Probebohrungen durchgeführt. Die
Energiemacht Russland blickt mit Sorge auf diese
Entwicklung. Denn sie körnte an Bedeutung verlieren.
Die Gesamtfläche, in der Gasvorkommen zunächst erkundet
werden sollen, entspricht der Hälfte des Bundeslandes. Der
Schwerpunkt liegt im nördlichen Münsterland in Borken,
Steinfurt und Nordwalde will ExxonMobil in Kürze Bohrungen
durchführen. Betroffen ist auch das nördliche und südliche
Ruhrgebiet sowie Kreise im Sauerland.
Die Grünen fühlen sich überrumpelt
Die Grünen im Bundestag und im NRW-Landtag fühlen sich
dem Bericht zufolge überrumpelt. "Wir sind überrascht.
Wir wussten von nichts. Die Claims wurden still und heimlich
abgesteckt", sagte Oliver Krischer, Energieexperte der
Grünen im Bundestag.
Bei den Vorkommen handelt es sich um sogenanntes
"unkonventionelles" Erdgas. Es ist in
Gesteinsschichten sowie Kohleflözen eingelagert und kann
nur mit hohem Aufwand gefördert werden. Dabei wird ein
Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien mit Druck in das
Bohrloch gepumpt, um das Gestein zu spalten und das Gas strömen
zu lassen. Die Grünen befürchten, dass bei dieser Fördertechnik
giftige Chemikalien und radioaktive Stoffe ins Grundwasser
gelangen und verseuchen. Im Münsterland habe sich bereits
eine Bürgerinitiative gegründet.
Bohrungen in den USA bereits erfolgreich
Während die Suche nach Schiefergas in Europa noch in den
Kinderschuhen steckt, ist es in den USA bereits gelungen,
schon mehr als 6000 Gasquellen zu erschließen. Die USA ist
daher bereits mit Russland als wichtigster Erdgasproduzent
auf Augenhöhe. So könnte Russlands Energiemacht gebrochen
werden, wenn größere Mengen Erdgaslieferungen aus anderen
Staaten Europas oder aus den USA möglich werden. Experten
schätzen, dass in Europa Gasreserven im Umfang von 14
Billionen Kubikmetern Schiefergas lagern.
Quelle: T-Online
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