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Kabinett öffnet Gasmarkt für neue
Anbieter
Von Kathrin Gotthold
Die Bundesregierung will den Gasmarkt öffnen. Eine
Gesetzesnovelle soll neuen Anbietern den Zugang zum Markt
erleichtern. Denn das Problem besteht darin, dass zwar Gas
vorhanden ist, aber keine Leitungen, um es an den
Verbraucher zu bringen. Die Regierung verspricht sich
fallende Gaspreise.
Die Bundesregierung will neuen Gasanbietern den Zugang
zum Markt erleichtern und so für mehr Wettbewerb sorgen.
Langfristig könnte das sinkende Preise für Energiekunden
bedeuten, denn Experten sehen große Gewinnspannen bei den
Unternehmen.
Diskriminierungsfreier Zugang zu den Gasnetzen sowie die
Reduzierung der sogenannten Marktgebiete sind die
wesentlichen Punkte einer neuen Regelung, die auf den Weg
gebracht wurde. Das Bundeskabinett hat eine Neufassung der
sogenannten Gasnetzzugangsverordnung beschlossen. Diese
Novelle bedarf noch der Zustimmung des Bundesrats und soll
im Sommer 2010 in Kraft treten, teilte das
Bundeswirtschaftsministerium mit.
„Wir müssen mehr für den Wettbewerb auf dem deutschen
Gasmarkt tun“, sagte dazu Bundeswirtschaftsminister Rainer
Brüderle (FDP). Die Novelle sei ein wichtiger Schritt, um
die Energiemärkte transparenter und marktoffener zu
gestalten. Dagmar Ginzel vom unabhängigen Verbraucherportal
Verivox schätzt, dass der Druck auf etablierte Gasanbieter
den Wettbewerb anheizen wird.
Bisher findet dieser kaum statt. „Seit August 2008 sind
die Energiepreise eingebrochen – aber an die privaten
Haushalte wurden diese Kostensenkungen nicht
weitergegeben“, sagt Thorsten Kasper, Energieexperte beim
Verbraucherzentrale Bundesverband. Und auch die
Monopolkommission, das Beratungsgremium der Bundesregierung,
stellt fest: „Die Marktverhältnisse weisen nach wie vor
keinen funktionsfähigen Wettbewerb auf.“
Der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) räumte
zwar Fortschritte für die Etablierung neuer Betreiber von
Gaskraftwerken ein, sieht aber noch Hürden für den Zugang
zum Gasnetz. Nach Auffassung des unabhängigen
Verbraucherportals Toptarif.de kann nun der Druck auf die
etablierten Anbieter erhöht und „die Anhebung der
Gaspreise womöglich etwas abgefedert werden“. Für die
zweite Jahreshälfte 2010 sei aufgrund der Abhängigkeit von
der Ölpreisentwicklung im Herbst mit steigenden Gaspreisen
zu rechnen, hieß es.
Quelle: Welt Online
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